Landsberg am Lech – Der Sommer im Theatergarten ging letzte Woche erfolgreich zu Ende mit einem Finale Furioso mit The Bats aus Neuseeland. Für mich ein in mehrerlei Hinsicht besonderer Abschluss. Fühlt sich irgendwie an wie das schöne Ende eines Lebenskreises. Da ich eigentlich erst so richtig mit der Obsession mit Musik aus Neuseeland begonnen habe, mich in dieser Branche wohlzufühlen und entdeckt habe, welche Möglichkeiten man hat. Das heißt, wenn man sie erkennt und bereit ist, neue Wege zu gehen. Oder anders gesagt: persönliche Interessen und Leidenschaften in Einklang zu bringen mit dem obligaten Broterwerb, zu dem wir alle qua Existenz gezwungen sind. So gesehen ist alles, was ab jetzt kommt, Zugabe. Und für die Zugaben habe ich noch einige Ideen, solange sie gewünscht sind. Dazu gehört auch die nächste Spielzeit im Stadttheater Landsberg.
Folgende Konzerte segeln dort unter der Discy-Flagge:
27.09. Prepared mit Chris Gall, Florian Riedl und Christoph Holzhauser. Sicher nicht falsch zu behaupten, dass dieses Programm eine Hommage an Nik Bärtsch und dessen Idee des Zen Funks ist.
01. und 02.10. Stoppok & Artgenossen. Stoppok hat vor Kurzem seinen 70. Geburtstag gefeiert und die Feierlichkeiten gehen im Herbst bei uns weiter mit der mittlerweile 17. Ausgabe von Stoppok und Artgenossen. Gerade erschienen ist auch ein Album mit Stoppok-Coverversionen, bei denen viele Weggefährten aka Artgenossen, die wir auch schon in LL erlebt haben, mitmachten.
09.10. Alfred Dorfer (Kabarett). Ausnahmsweise darf ich auch hin und wieder einen Kabarettisten einladen, obwohl meine Aufgabe im Theater ja das Stricken eines Musikprogramms ist. Dieser Kabarettist heißt dann immer Alfred Dorfer.
17.10. Robyn Hitchcock (Support: Emma Swift). Bevor wieder alle jammern, die kein Abo gebucht haben und daher möglicherweise keine Tickets mehr bekommen haben für einen der hoch nachgefragten Abende: Robyn Hitchcock aus England ist das Schlusslicht bei den Abobuchungen. Aber mein Highlight des Herbstprogramms. Ihn gibt es bereits seit über 70 Jahren, er hat seit den späten Siebziger Jahren unzählige Alben veröffentlicht und gehört für mich zu den größten Singer/Songwritern aller Zeiten. Nun gut, etwas der englischen Sprache mächtig zu sein hilft in dem Fall, da er sehr gut mit Worten ist und oft doppelbödig bis absurd textet. Hin und wieder beschreibt man ihn als eine Mischung aus Syd Barrett und Monty Python. Natürlich greift das zu kurz. Und wer nur irgendwas anfangen kann mit Folk- und Psychedelic-Größen wie natürlich Bob Dylan, den Byrds, aber auch Richard Thompson, Nick Drake, John Martyn, Robert Wyatt, Peter Hammill oder Lloyd Cole oder Robert Forster oder oder oder, ist dort definitiv richtig. Und allein der Support Act, seine Lebensgefährtin Emma Swift aus Australien, wäre das Eintrittsgeld wert. Wir erwarten Besuch aus der ganzen Republik, aus Österreich und der Schweiz. Denn Robyn Hitchcock mag nicht sehr vielen in unseren Breiten ein Begriff sein, dafür hat er sehr viele sehr treue Fans verstreut im ganzen Land und er gibt nur zwei Konzerte in Deutschland: in Landsberg und in Berlin.
21.10. Eric Bibb. Eric Bibb ist eine Folk/Blues-Legende. Mittlerweile auch in Landsberg angekommen. Sein insgesamt drittes Konzert bei uns. Und während das erste noch verhältnismäßig schwach besucht war, wird es diesmal voll. Nur noch Restkarten...
12.11. Rymden. Mit Bugge Wesseltoft, Magnus Öström und Dan Berglund ist Rymden eine Art Supergroup des skandinavischen Jazz und gleichzeitig auch zwei Drittel des ehemaligen Esbjörn-Svensson-Trios. Mit Rymden erforschen sie den Grat zwischen Spiritual Jazz, Jazz Rock, Fusion und Psychedelic. Ein Hochamt, das man nicht verpassen sollte...
15.11. Ketil Bjørnstad. Solokonzert eines absoluten Meisters am Klavier. So einen wie Ketil gibt es nicht zweimal. Mit seiner klassischen Ausbildung und seiner Liebe zum Jazz gelingt ihm ein organischer, unangestrengter Brückenschlag. Wenn Klassiker Jazz spielen, verlasse ich oft nach Möglichkeit den Saal, weil ich mir denke, Schuster bleib bei Deinen Leisten. Viele Klassiker schaffen nicht mal Hänschen Klein ohne Noten, spielen aber fehlerfreie Rachmaninoff-Klavierkonzerte. Die Fähigkeit zu einer freieren Improvisation, eines Komponierens im Augenblick, ist ihnen aber oft nicht gegeben. Und dann sollte man den Job so jemandem wie Ketil Bjørnstad überlassen, der es sogar schafft, ohne Blue Notes zu improvisieren, vielleicht so wie Mozart das zu seiner Zeit getan hat. Denn was man zu oft vergisst: Auch die sogenannte klassische Musik kennt die Improvisation. Im Laufe der Jahre und der Verklärung von Komponisten zu überirdischen Genies (quasi die Verwagnerung der Musik) ging das leider weitestgehend verloren, und klassische Konzerte bergen trotz hoher technischer Fähigkeiten der Ausführenden die Gefahr, steril zu veröden. Ketil Bjørnstad ging sein Leben lang einen anderen, spannenderen Weg...
22.11. Sokratis Sinopoulos & Yann Kerim. Auch hier trifft klassische Musik auf Jazz und griechische Tradition. Sokratis Sinopoulos ist wohl der Meister auf der Lyra schlechthin. Mit dem Programm Topos (gleichnamige CD auf ECM) nehmen sich er und Pianist Yann Kerim der sechs "Rumänischen Volkstänze" Béla Bartóks an und bringen deren ganze hingebungsvolle Melancholie in einem ganz anderen Klanguniversum zum Leuchten.
12.12. Ganes. Muss man nicht mehr viel dazu sagen: außer, dass nur noch wenige Restkarten zu haben sind, da über die Abos schon ordentlich abgeräumt wurde. Wer keine Karten ergattert: Ganes spielen eine "Best Of"-Tour und sind in unserer Gegend nicht nur in Landsberg zu sehen. Weitere Infos bei ganes-music.com.
Für alle weiteren Infos, auch zu Tickets, Abos etc., bitte stadttheater-landsberg.de. Wichtig: Der Discy verkauft keine Tickets und kann auch keine Reservierungen vornehmen oder Auskünfte über Ticketverfügbarkeiten geben. Dazu bitte ausschließlich das Stadttheaterbüro kontaktieren. Abos können beim Theater ab sofort gebucht werden. Der freie Vorverkauf beginnt am Montag, 10.08., auch über Ticketservice Vivell. Für inhaltliche Fragen stehen wir gerne zur Verfügung. Die passenden Tonträger dazu und ggf. Bücher, Filme etc. gibt's natürlich auch über uns.